2009-07-10

Sicherheitsdatenblätter - nur eine ungeliebte Pflicht?

Im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit muss ich immer wieder nach Sicherheitsdatenblättern recherchieren. Dies ist nicht immer einfach - eigentlich ist es fast immer ein mühsames Unterfangen. Mal werden die Datenblätter tief versteckt hinter einer umständlichen Produktsuche (Hauptkategorie, Unter-unter-unterkategorie), mal findet man sie hinter Serviceseiten, versteckt hinter weiteren verschachtelten Menüs. (Um diese Suche zu erleichtern, gibt es übrigens die Seite Links im Rahmen des Projektes).
Oder tief auf den Seiten der Homepage eines Herstellers findet eine Suchabfrage statt, die so langsam ist (gemessen: 60 Sekunden, man kann nur hoffen, das niemand im Notfall auf diese Suche angewiesen ist), das sich die Frage stellt, ob die Ergebnislisten erst neu getippt werden müssen (Beispiel: grosser deutscher Konsumgüterhersteller, die Produkte finden sich in jedem Haushalt).
Ein weitere, beliebte Methode den Anwender zu quälen ist - das Sicherheitsdatenblatt erst bei der Anfrage erzeugen. Die Ausrede ist zumeist: "Dann ist das Datenblatt auch wirklich aktuell". Angesichts ausgefeilter EDV Lösungen und verfügbarem Speicherplatz auf Festplatten kann das nur ein schlechter Witz sein. Wäre es nicht möglich, nach jeder Änderung an einem Datenblatt dieses einfach als pdf Datei zu erzeugen und auf den Webserver zu kopieren? Jedem Nutzer werden viele Stunden Arbeits -und Lebenszeit erspart.

Eine verbreitete Foltermethode ist, eine Liste der verfügbaren Datenblätter darzubieten, den Download aber erst nach erfolgter Registrierung oder nach einer erzwungenen Bettel - EMail zu ermöglichen. Muss das wirklich sein? Enthalten die Sicherheitsdatenblätter wirklich solche Betriebsgeheimnisse? Nach meinen Erfahrung sind die Informationen der meisten Dokumente eher trivial.

Vorbildlich war hier seit vielen Jahren die Firma Merck KGaA, Darmstadt die ihre Datenblätter frei zugänglich im Internet verfügbar hielt und als CD-ROM kostenlos verschickte. Leider sind seit Kurzem die Datenblätter nur noch nach einer Registrierung zugänglich (allerdings noch zugänglich über www.eusdb.de).

Die Hersteller, welch ihre Datenblätter nicht frei zugänglich anbieten, möchte ich auffordern dringend bitten, ihre Politik des Zuganges zu (lebens-) notwendigen Produktinformationen zu überdenken.
Oft kommt der Wunsch nach einer Registrierungspflicht, von den Vertriebs- oder Marketingabteilungen, um an die Adressen potentieller Kunden zu gelangen. Wie mir ein Mitarbeiter eines deutschen Chemie- und Pharmaunternehmens aus Hessen berichtete, lief eine solche Registrierungspflicht vollkommen ins Leere. Kein einziger Neukunde wurde auf diesem Weg gewonnen.

Das klingt logisch, denn wenn ein Sicherheitsdatenblatt angefordert wird, ist das Produkt bereits gekauft und die Adressdaten sind damit bekannt.

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